Monsanto beginnt mit Rückzug bei Zulassungsanträgen von gentechnisch veränderten Pflanzen

Mindestens vier Anträge für insektengiftigen und herbizidresistenten Mais betroffen

Montag, 26. August 2013
Parma/München

Nach der Ankündigung von Monsanto, die Anträge auf neue Anbauzulassungen gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU nicht länger zu verfolgen, hat der US-Konzern jetzt tatsächlich erstmals mindestens vier Anmeldungen zurückgenommen. Betroffen ist transgener Mais, der Insektengifte produziert und/oder gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat („Roundup“) resistent gemacht ist (Mon89034, NK603 x MON810, MON89034 x Nk603, Mon89034 x Mon88017). Dies geht aus dem Register der EU-Lebensmittelbehörde EFSA hervor. Allerdings gibt es weitere Zulassungsanträge von Monsanto für transgene Pflanzen wie Mais, Soja und Zuckerrüben, die anscheinend immer noch aktuell sind.

„Das könnte der Anfang vom Ende für derartige Produkte sein. Der Verzicht auf diese Anträge dürfte Monsanto jedoch nicht wirklich schwergefallen sein. In den USA haben sich Unkräuter und Schädlinge bereits weitgehend an den Anbau derartiger Pflanzen angepasst“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Da werden Produkte aufgegeben, die zumindest teilweise veraltet sind und deren Sicherheit zudem umstritten ist.“
Nicht betroffen von dieser Entwicklung ist der Import gentechnisch veränderter Pflanzen für Lebens- und Futtermittel. Nach wie vor verfolgt Monsanto den Antrag auf Zulassung des mehrfach gentechnisch veränderten Mais SmartStax weiter, der gleich sechs Insektengifte produziert und gegen zwei Unkrautvernichtungsmittel resistent gemacht wurde. Die EU-Kommission hat gegenüber deutschen Medien bereits angekündigt, dass der Mais im September oder Oktober für die Verwendung in Futter- und Lebensmitteln zugelassen werden soll.

Kontakt: 

Christoph Then, Testbiotech, Tel. 0151/54638040, info@testbiotech.org

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