Erste Abstimmung über Monsantos Gentechnik-Raps brachte keine Mehrheit

Bundesregierung enthielt sich bei der Abstimmung

13. November 2014. Wie Testbiotech von Mitarbeitern deutscher Behörden erfuhr, wurde bei einer Abstimmung am 24.10. 2014 in Brüssel keine Mehrheit für die Ablehnung einer Importerlaubnis von Raps der Firma Monsanto (MON88302) erreicht. Die deutsche Bundesregierung hat sich bei der Abstimmung lediglich enthalten. Die Mitgliedsländer müssen jetzt in den nächsten Wochen noch einmal abstimmen. Wird wieder keine Mehrheit erreicht, muss die EU-Kommission entscheiden. Der Raps wurde gegen das Spritzmittel Glyphosat resistent gemacht und soll hier zu Futtermitteln verarbeitet werden. Wie die EFSA in ihrer Stellungnahme schreibt, ist „das Auftreten verwilderter gentechnisch veränderter, herbizidresistenter Pflanzen überall da wahrscheinlich, wo gentechnisch veränderter, herbizidresistenter Rapssamen transportiert wird“. Testbiotech warnt davor, dass der Import von keimfähigen Rapskörnern dazu führen kann, dass sich die Pflanzen unkontrolliert in der Umwelt ausbreiten.

In einem Brief vom Juni 2014 hatten verschiedene Verbände an Umweltministerin Barbara Hendricks und Landwirtschaftsminister Christian Schmid appelliert, den Antrag von Monsanto abzulehnen und internationale Initiativen gegen die unkontrollierte Ausbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen zu starten. Doch bisher ist die Bundesregierung nicht aktiv geworden. Auch mehrfache Nachfragen mit der gleichzeitigen Bitte um Gespräche blieben bislang ohne jedes Ergebnis.

Gentechnisch veränderter Raps breitet sich bereits heute in verschiedenen Regionen der Welt (den USA, Kanada, Australien und Japan) jenseits der Äcker unkontrolliert aus. Auch in der Schweiz fanden sich entlang der Bahngleise zahlreiche gentechnisch veränderte Rapspflanzen, die auf Transporte von Samen zurückzuführen sind. Da Europa ein Zentrum der genetischen Vielfalt für Raps ist, können sich die Transgene daher auch in natürlichen Pflanzenpopulationen ausbreiten.